Dazu gehört für mich auch die Museenlandschaft: von moderner Kunst über angewandte Geschichte bis zur Ägyptologie. Hier stelle ich dir vier Museen vor, die mich gleichermaßen begeistert, inspiriert und zum Staunen gebracht haben. Jedes Museum mit drei Werken, die ich besonders schätze, plus drei Empfehlungen, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Außerdem: Öffnungszeiten, Tickets, Anreise, Vor- und Nachteile, Service – alles echt, lebendig und von mir persönlich erlebt.
1. Sprengel Museum Hannover – Meisterwerke der Moderne
📍 Lage & Anreise
Am Kurt-Schwitters-Platz 1, direkt am Maschsee gelegen. Erreichbar mit U-Bahnlinien 1, 2, 3, 7, 9 (Haltestelle Kröpcke oder Markthalle) und Buslinien zum Rathaus/aegidientorplatz. Parkhaus am Sprengelparkt nebenan.
🕒 Öffnungszeiten & Tickets
Geöffnet Dienstag bis Sonntag ab 10 Uhr, Freitags bis 20 Uhr (Stand 2025).
Eintritt: ca. 7 € normal, 4 € ermäßigt.
Freitagabend (nach 16 Uhr): freier Eintritt für alle – ideal für Spontanbesuche.
🎨 Meine drei Lieblingswerke
- Kurt Schwitters, Rekonstruktion des Merzbaus – faszinierend, ein Raumerlebnis voller Collagen, gefunden Objekte, Farbe und Licht. Es fühlt sich an, als ob die Wand sprechen könnte.
- James Turrell, Lichtraum „Breathing Light“ (Beispiel) – Meditation in Licht, jede Sekunde verändert das Farbspektrum – das hat mich sprachlos gemacht.
- Niki de Saint Phalle, Nana-Skulptur „Laiza“ – lebendig, fröhlich, voller Energie – steht fast im Eingangsbereich und ist ein Stimmungsmacher schon beim Eintreten.
🧭 Drei Empfehlungen nicht verpassen
- Das Kabinett der Abstrakten (El Lissitzky, Mondrian, Moholy-Nagy) – ein originalgetreu rekonstruierter Raum aus den 1920er Jahren, einzigartig in Deutschland.
- Werke von Paul Klee: z. B. „Senecio“, expressiv und farbgewaltig – malt dich emotional an.
- Grafiken von Gerhard Richter, Max Beckmann, Emil Nolde – dokumentieren den Expressionismus bis zur Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.
🧍 Persönliche Eindrücke
Der erste Besuch dort war wie ein paralleles Universum – intensive Farben, Räume, die atmen. Ich fühlte mich geborgen im Lichtraum von Turrell, surreal im Kabinett der Abstrakten. Das Museum verbindet Kunst mit Architektur – der neu gestaltete Eingangsbereich mit Stahl, Glas, Licht schafft pure Spannung.
➕ Vorteile / ➖ Nachteile
- Kein Wunder, dass das Museum bei Kunstfans so beliebt ist: außergewöhnliche Werke, offener Raum, toll konzipiertes Haus.
- Allerdings: Freitagabend sehr gut besucht, im Kabinett der Abstrakten kann es eng werden.
2. Niedersächsisches Landesmuseum Hannover – Natur, Kunst & Technik unter einem Dach
📍 Lage & Anreise
Willy‑Brandt-Allee 5, direkt beim Haupteingang der Herrenhäuser Gärten. U-Bahn A würden Aegidientorplatz, Bus Rathaus/Friedrichswall. Parkplätze gibt es ringsum.
🕒 Öffnungszeiten & Tickets
Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr geöffnet (Montag geschlossen). Freitag ab 14 Uhr: freier Eintritt in die Sammlungen – ideal für halbe Tage.
Eintritt Sammlungen: 5 €, ermäßigt 4 €, Familienkarte 10 €. Sonderausstellung extra ca. 10 €.
🎨 Meine drei Lieblingsstücke
- Das Originalmodell der Amsel oder Gorilla-Skulptur im Zoologischen Teil – so realistisch: Ich hörte fast das Brüllen.
- Gemälde „Marktszene in Alt-Regensburg“ (von…) aus dem historischen Bereich – tiefer Perspektiveindruck, Farben fast lebendig.
- Römischer Bronzehelm aus der Archäologie-Sammlung – kunstvoll, detailreich – fühlte sich an wie ein Schatz aus dem Film.
🧭 Drei empfehlenswerte Exponate
- Sonderausstellung zur Evolution: interaktive Tafeln & Originalskelette – spannend für Groß und Klein.
- Geologische Sammlung mit Meteoriten – harte Erde, echte Himmelsfragmente – spannend nachvollziehbar.
- Der Kunst- und Kulturbereich mittelalterlicher Kunst – Sakrale Altarwerke und Kunsthandwerk, beeindruckend erhalten.
🧍 Persönliche Erlebnisse
Ich war an einem Freitag dort, als ich das Gorilla-Modell sah – ich stand minutenlang davor und fühlte Ehrfurcht. Im Kunstteil erkannte ich dasselbe Motiv wie aus einem Kunstbuch meiner Jugend. Der Aufstieg zur Sonderausstellung zur menschlichen Entwicklung war ein Indoor-Stadtspaziergang durch die Jahrhunderte. Das Café „Schönwald’s“ nebenan hat danach perfekt gepasst – ein Stück selbstgebackenen Kuchens mit Blick ins Grüne.
➕ Pro & ➖ Kontra
- Große Vielfalt, zentrale Lage und günstige Eintrittspreise.
- Nachteile: An Wochenenden überfüllt, teilweise weite Wege zwischen den Abteilungen.
3. Museum August Kestner – 6000 Jahre angewandte Kunst

📍 Lage & Anreise
Platz der Menschenrechte 3, nahe Neuen Rathaus. U-Bahnlinien 4/5/6/11 halten am Aegidientorplatz, Bus 120 Rathaus/Friedrichswall.
🕒 Öffnungszeiten & Eintritt
Di–So 11–18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Freitags freier Eintritt!
Eintritt 5 €, ermäßigt 4 €, Jahreskarte 25 €. MuseumsCard für 8 Häuser nur 60 €. Führungen Mi & So gratis (Eintritt vorausgesetzt).
🎨 Kunstwerke, die ich liebe
- Ägyptisches Goldamulet eines Falkengottes (4. Jahrtausend v. Chr.) – filigran und faszinierend.
- Griechische Vasen mit mythologischen Szenen, z. B. Akropolis-Motive, lebendig gemalt auf dünnem Ton – Detailverliebtheit, die berührt.
- Historische Münze: Braunschweig-Lüneburg Taler, mit Wappen und Datumsprägung – glänzend, selten – ein winziges Kunstwerk.
🧭 Drei Highlights empfohlen
- Sonderausstellung „Tattoo. Antike, die unter die Haut geht“ – spannend: Antike Amulette, Schriften und Tattoos im Kontext der heutigen Körperkunst.
- Mittelalterliche Textilien mit Goldstickereien – prachtvoll und selten: unglaublich gut konserviert.
- Die Münzsammlung mit 100 000 Exemplaren, größte Norddeutschlands – eine wahre Fundgrube für Historie-Liebhaber.
🧍 Meine besucher‑Geschichten
Ich betrat das Museum an einem Freitag – freier Eintritt! Ich nahm an der Führung teil: ein älterer Guide erzählte charmant von August Kestner als „Museumsgründer, Diplomat & Sammler“. Als ich die ägyptischen Objekte sah, spürte ich plötzlich die Wüste – im Bunkerhaus, klimatisiert, aber voller Präsenz. Besonders berührte mich der Taler mit dem springenden Sachsenross – ein Symbol, das direkt in die Geschichte Hannovers führt.
➕ Vorteile / ➖ Nachteile
- Historie, Kunst und Pädagogik verbunden – ideal auch für Familien.
- Aber: kleine Räume, Museum ist kein barrierefreier Moloch – gelegentlich eng, Parkhaus erforderlich.
4. Steinhoff Designmuseum – Das kleinste Designmuseum Deutschlands
📍 Lage & Anreise
Braunschweiger Platz, im Einrichtungshaus Steinhoff. Einfach zu finden, täglich geöffnet (außer montags). U-Bahnlinien 1,2,4 etc. halten direkt dort.
🕒 Öffnungszeiten & Eintritt
Geöffnet während der Ladenöffnungszeiten –Eintritt frei!
🎨 Werke, die mich begeistern
- Charles & Ray Eames Stuhl mit Leder und Holz – Form und Funktion vereint.
- Alvar Aalto Holzlampe – organisch, zeitlos, elegant.
- Poul Kjærholm kleines Metallmöbelstück – Minimalismus, der Eindruck macht.
🧭 Drei Ausstellungsempfehlungen
- Wechselnde Themenausstellungen, z. B. „Farben im Industrie-Design“,
- Möbelklassiker der 50er bis 70er Jahre,
- Kleine Sammlung von Mustermöbeln, oft aus originalen Serien.
🧍 Eindrücke & Empfehlung
Ich entdeckte dieses Museum spontan beim Stadtbummel: Der Design-Showroom verwandelte sich an diesem Tag in Galerie. Jedes Stück war erklärt, oft interaktiv: man durfte sitzen, fühlen, vergleichen. Ideal für Designinteressierte oder Architekturstudierende – und das sogar bei freiem Eintritt! Ein echter Geheimtipp für kreative Köpfe.
❤️ Mein persönliches Fazit – Warum Museen in Hannover mehr sind als nur Ausstellungen
Wenn ich auf meine vielen Reisen zurückblicke – von Lissabon bis Kyoto, von New York bis Kapstadt – dann erinnere ich mich oft nicht nur an die Sehenswürdigkeiten, sondern an die Momente, in denen ich in einem Museum ganz allein vor einem Kunstwerk stand und plötzlich spürte: Hier spricht etwas mit mir. So ging es mir auch in Hannover – mehrfach.
🎭 Kultur als Fenster zur Seele einer Stadt
Die Museen in Hannover sind keine anonymen Orte mit leblosen Vitrinen – sie sind pulsierende Räume des Denkens, des Staunens und der Begegnung. Im Sprengel Museum hatte ich das Gefühl, moderne Kunst nicht nur zu sehen, sondern sie körperlich zu erleben – wie ein Tauchgang in Farbe. Im Landesmuseum hingegen wurde ich mitgenommen auf eine Reise durch Evolution, Geschichte und Zeitgeist – von Dinosaurierknochen bis zum gotischen Schnitzaltar. Und das August Kestner Museum? Das fühlte sich für mich an wie ein geheimes Schatzkästchen, in dem ich als Entdecker mit jeder Tür ein neues Kapitel Weltgeschichte aufblättern durfte.
🧳 Mein Tipp für Städtereisende: Kultur fest einplanen!
Ich empfehle dir: Plane mindestens zwei Museumsbesuche fest in deinen Aufenthalt in Hannover ein. Gönn dir genug Zeit, um dich treiben zu lassen. Nimm nicht gleich alles mit – manchmal ist weniger mehr. Lieber eine Ausstellung intensiv erleben als zehn flüchtig durchlaufen. Und: Verpass nicht die Sonderführungen – sie sind oft sehr persönlich und eröffnen dir einen ganz neuen Blick auf das, was du siehst.

Wenn du länger in Hannover bist oder mit der Familie reist, lohnt sich wirklich die MuseumsCard (ca. 60 € für 8 Häuser) oder die HannoverCard, mit der du zusätzlich noch Bus & Bahn fahren kannst – ideal auch, um die Museen im Umland zu besuchen. Es gibt außerdem regelmäßig Aktionstage wie die „Lange Nacht der Museen“ oder Tage mit freiem Eintritt. Informiere dich vorher online (z. B. über hannover.de) oder frag direkt vor Ort in der Tourist Info.
🖼️ Warum ich Museen liebe – und warum du sie lieben wirst
Für mich ist ein Museum wie ein Spiegel: Es zeigt nicht nur, was war – es zeigt auch, wer wir sind. Es bringt dich zum Denken, zum Lächeln, manchmal sogar zum Weinen. Und in Hannover – dieser unterschätzten Stadt mit so viel Tiefgang – findest du genau das. Kunst, Geschichte, Design, Weltkultur und Naturwissenschaft – alles nur wenige U-Bahn-Stationen voneinander entfernt.
Ich werde wiederkommen. Vielleicht nicht nur wegen der Werke von Schwitters, Richter oder de Saint Phalle, sondern auch wegen der Stille in den Ausstellungsräumen, dem Lächeln der Aufsicht beim Eintritt oder dem Licht, das durch die Glasfassade im Sprengel Museum fällt. Vielleicht auch einfach, weil man an solchen Orten wieder lernt, langsamer zu schauen – und intensiver zu fühlen.